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Mehr Sprachen, mehr Theater: Eine Reihe

Im Oktober 2021 fand unsere Veranstaltung zu mehrsprachigem Theater im Rahmen von panorama #1: übertheaterübersetzen mit einer Werkstatt zum Thema statt. Die gesamte Podiumsdiskussion zum Thema mit drei Lesungen aus mehrsprachigen Stücken können sich Interessierte auf dem YouTube-Kanal von Drama-Panorama anschauen.

Begleitend haben wir eine Broschüre publiziert, in der wir exemplarisch zehn internationale Theaterautorinnen und -autoren vorstellen, die sich in ihrem Schreiben mehrerer Sprachen bedienen. In Textanalysen und Interviews untersuchen wir ihre Beweggründe und Vorgehensweisen.

Zu Beginn unserer Forschung zu diesem Thema haben wir zahlreiche internationale Theaterstücke, die mehrere Sprachen verwenden, gelesen. Im Versuch, mehr über die Methodik mehrsprachiger Theatertexte zu verstehen, haben wir das Netz möglichst weit ausgeworfen und darin erstaunliche und erstaunlich unterschiedliche Fänge gefunden. Im Rahmen der Veranstaltungen ließen sich nicht annähernd alle Aspekte dieses breiten Themas vorstellen.

Auch die Auswahl der Broschüre kann das sicher nur sehr begrenzt leisten, aber hoffentlich unseren ersten Eindruck der unterschiedlichen Arbeitsweisen, auf die wir gestoßen sind, vermitteln. Diese Beiträge werden wir auch nach und nach und ergänzt durch einige, die nicht im Druck erscheinen, auf unserem Blog veröffentlichen. Die Broschüre, wunderbar von Egge Freygang designt, erscheint zunächst in limitierter Auflage und ist auf Anfrage gegen eine Spende an info@drama-panorama.com erhältlich, so lange der Vorrat reicht.

Mit der Frage, wie Autorinnen und Autoren bei der Arbeit mit mehreren Sprachen jeweils vorgehen, analysieren wir einerseits eines – oder mehrere – ihrer Stücke, andererseits lassen wir die Schreibenden im Format Fünf Fragen an … selbst zu Wort kommen und die mehrsprachigen Aspekte ihrer Arbeit kommentieren. Wir hoffen, dass die Autorinnen und Autoren in diesem Band und hier auf dem Blog gewissermaßen miteinander in Dialog treten.

Mit wenigen Ausnahmen bewegen wir uns zunächst nicht weit von unserem Arbeitsschwerpunkt Deutschland weg. Nicolas Billon aus Kanada, Ian De Toffoli aus Luxemburg, Georgia Doll und Simone Rist aus Frankreich, Anna Grusková aus der Slowakei, Marius Ivaškevičius aus Litauen, Tetjana Kyzenko aus der Ukraine, Margherita Laera aus England, Yade Yasemin Önder aus Deutschland und Yoko Tawada, die ebenfalls in Deutschland lebt, Miroslava Svolikova aus Österreich: Das europäische Umfeld dominiert, nur ein Autor lebt auf einem anderen Kontinent.

Wir wünschen viel Vergnügen!

Henning Bochert, Barbora Schnelle, Lydia Nagel

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