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Ausschreibung für die Übersetzungswerkstatt „Übersetzer:innen müssen keine Einzelkämpfer:innen sein – Tandem und Lektorat in der Praxis“

04.10.2021 10:00 – 15:00 Uhr

Instituto Cervantes, Berlin
 Teilnahme kostenlos

Leitung: Franziska Muche und Carola Heinrich

INHALT

„Traducir es traicionar“, sagt man in Spanien, Übersetzen ist Verrat – ist Übersetzen im Tandem ein doppelter Verrat? Kommen mehrere Übersetzer*innen der Qualität zugute, oder entsteht ein fauler Kompromiss? Wie genau gestaltet sich der Weg einer gemeinsamen Übersetzungsarbeit? Und was heißt es, wenn es dabei um Theater geht?

Im November 2021 erscheint im Berliner Neofelis Verlag die Anthologie Mauern fliegen in die Luft mit Theatertexten aus Argentinien, Chile, Kolumbien, Kuba, Mexiko und Spanien. Sie ist der erste Meilenstein eines gemeinsamen Weges: Das Publikationsprojekt wurde von sechs Übersetzerinnen initiiert und umgesetzt, von der Stückauswahl, über Lektorate, Übersetzungen im Tandem und Übersetzungswerkstätten. Die gemeinsame Übersetzungsarbeit wurde 2020 vom Deutschen Übersetzerfonds mit einem Exzellenzstipendium gefördert. Ein zweiter Band mit Stücken aus Spanien ist für 2022 geplant.

Die Erfahrung dieses kollektiven Arbeitsprozesses soll in der Werkstatt geteilt und diskutiert, verschiedene Möglichkeiten und Formen der Zusammenarbeit ausgelotet werden. Was ist an welchem Punkt des Arbeitsprozesses sinnvoll und notwendig? Welche Hürden und Synergien ergeben sich aus dem kollektiven Arbeitsprozess? Welche konkreten Perspektiven eröffnen sich aus der Vielzahl der Blicke auf ein Übersetzungsproblem? Wie können die verschiedenen Blickwinkel von Schauspieler*innen, Dramaturg*innen, Literaturwissenschaftler*innen, Autor*innen etc. eine Übersetzung bereichern? Und wie ergänzen sich Übersetzen im Tandem, Lektorat und Übersetzungswerkstatt?

Gearbeitet wird sprachübergreifend am Beispiel der in der Anthologie Mauern fliegen in die Luft versammelten Stücke. Werkstattleitung und Moderation liegen bei den Herausgeberinnen und Übersetzerinnen Franziska Muche und Carola Heinrich. Gemeinsam mit den Moderatorinnen diskutieren die am Projekt beteiligten Übersetzerinnen Miriam Denger und Hedda Kage.

Der Workshop findet (unter Hygieneauflagen) im Instituto Cervantes in Berlin statt. Genauere Informationen folgen bei erfolgreicher Bewerbung. Fahrtkosten und Unterkunft werden nicht übernommen.

ANFORDERUNGEN

Die Werkstatt richtet sich an Übersetzer*innen, Studierende und Theatermacher*innen. Bewerbungen bitte per E-Mail mit Lebenslauf und kurzem Motivationsschreiben (mit Fragen/ Erfahrungen zum Übersetzen im Team und gegebenenfalls kurzen Textbeispielen) bis 5. September 2021 an: Drama Panorama e. V., Dorothea Lautenschläger dorothea.lautenschlaeger@drama-panorama.com

Die verbindliche Einladung zur Werkstatt erfolgt am 15. September 2021.

MODERATORINNEN UND REFERENTINNEN

Franziska Muche lebt und arbeitet als freie Übersetzerin für Theater in Berlin. Sie ist Diplomkulturwirtin mit Schwerpunkt Spanien/Lateinamerika (Univ. Passau), Licenciada in Übersetzung und Dolmetschen (Univ. Granada) und ausgebildete Schauspielerin (Michael-Tschechow-Studio/ZAV). Seit 2008 übersetzt sie Theatertexte zeitgenössischer Bühnenautor*innen aus dem Spanischen, seit 2013 ist sie auch als Übertitlerin tätig.

Carola Heinrich ist Übersetzerin und Universitätslektorin. Sie hat Romanistik mit Schwerpunkt auf lateinamerikanischer Literatur studiert (LMU München) und zum kubanischen Gegenwartstheater und Film promoviert (Univ. Wien/ÖAW). Derzeit ist sie Lektorin am Lehrstuhl für deutsche Sprache und Literatur der Comenius-Universität in Bratislava. Seit 2016 übersetzt sie zeitgenössische Theaterstücke aus dem Spanischen. Sie lebt in Wien.

Miriam Denger ist Dramaturgin und Übersetzerin für spanischsprachiges Theater, Hedda Kage ist Dramaturgin und Spezialistin für lateinamerikanisches Theater.

VERANSTALTER

Drama Panorama: Forum für Übersetzung und Theater e. V. ist ein offenes Forum für internationale Theaterübersetzer*innen und andere Theaterschaffende. Als gemeinnütziger Verein setzt sich Drama Panorama für die Anbindung der Sprachmittlung an den praktischen Theaterbetrieb ein. Drama Panorama arbeitet auch kuratorisch und beteiligt sich an internationalen Koproduktionen. Darüber hinaus entwickelt Drama Panorama Theaterprojekte, die sich mit den aktuellen gesellschaftspolitischen Themen auseinandersetzen.

Die Veranstaltung entsteht als Kooperation zwischen Drama Panorama: Forum für Übersetzung und Theater e. V. und dem Instituto Cervantes Berlin, gefördert aus Mitteln des Projektfonds Neustart Kultur des Deutschen Übersetzerfonds.

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