Ein Stück: Tschechien: Nachlese 2021

Drama Panorama lädt zusammen mit dem Tschechischen Zentrum Berlin und der Tschechischen Botschaft Berlin zum Festival des tschechischen Gegenwartstheaters ein.

Ein Stück: Tschechien stellt in seiner Nachlese 2021 das Stück Pankrác ’45 der Dramatikerin Martina Kinská vor.

Mittwoch, 20.10.2021, 19:30 Uhr
Tschechisches Zentrum Berlin, Wilhelmstr. 44 / Eingang Mohrenstraße, 10117 Berlin

Réka Derzsi als Lída in der Uraufführung von Pankrác ’45 im Švanda-Theater 2015 | Foto: Ivo Dvořák/Archiv des Theaters.

Eintritt frei.

Im Anschluss an das Festival Ein Stück: Tschechien 2020 widmet sich Drama Panorama, wie schon in den vergangenen Jahren, zusammen mit seinen Veranstaltungspartnern, dem Tschechischen Zentrum Berlin und der Tschechischen Botschaft in Berlin, erneut der Präsentation tschechischer Gegenwartsdramatik. Zu Gast ist die tschechische Dramatikerin und Gewinnerin des Publikumspreises des Festivals 2020 Martina Kinská. Ihr Theaterstück Pankrác ’45 wird in einer szenischen Lesung präsentiert, anschließend findet eine Publikumsdiskussion mit der Autorin statt.

Martina Kinská: Pankrác ’45

Mittwoch
20.10.2021
19:30 Uhr
Szenische Lesung und Podiumsdikussion mit der Autorin
Übersetzung: Daniela Pusch, Redaktion: Drama Panorama
Einrichtung: Eberhard Köhler
Es lesen: Ariella Hirshfeld, Sonja Kriesel, Chiara Leske, Inken Paland, Friederike Pöschel

Zur Autorin

Martina Kinská | Foto: privat

Martina Kinská (*1978) ist Dramaturgin und Autorin. Sie hat im Masterstudium Schauspielregie und Dramaturgie, später auch Theorie und Kritik des Schauspieltheaters an der Theaterfakultät der Akademie der musischen Künste in Prag studiert. Schon während des Studiums arbeitete sie an mehreren professionellen Theatern. Neben dem Theater arbeitet sie auch als Filmdramaturgin und Drehbuchautorin und ist Koautorin von Drehbüchern zu mehreren TV-Serien. Seit 2005 ist sie Dramaturgin des Prager Theaters Švandovo divadlo (dt. Švanda-Theater), für das sie viele Texte für die Bühne adaptierte (z. B. Krakatit nach Karel Čapek, UA 2013; Der Rattenfänger nach Viktor Dyk, UA 2016). Sie schrieb auch Opernlibretti Die Nachtigall und die Rose nach Oscar Wilde (Musik Jiří Hájek, UA 2012). 2017 war sie Dramaturgin der Inszenierung Žítkovské bohyně (dt. Das Vermächtnis der Göttinnen, nach dem gleichnamigen Kultroman von Kateřina Tučková) am Stadttheater Brno (orig. Městské divadlo Brno). 2015 wurde ihr Stück Pankrác ’45 erstaufgeführt, das fünf Frauen am Ende des zweiten Weltkriegs im gleichnamigen tschechischen Gefängnis zusammenführt. 2016 erhielt das Stück den 2. – 3. Platz beim Preis der Theaterkritik für das beste erstmalig aufgeführte tschechische Theaterstück und wurde 2018 als szenische Lesung beim New Yorker Theaterfestival Rehearsal for Truth präsentiert. Mit diesem Text debütierte Kinská auch als Regisseurin. Als Regisseurin und Autorin der Adaption führte sie 2018 Oscar Wildes Das Bildnis des Dorian Gray auf. Zusammen mit dem Historiker Radek Schovánek schrieb sie das Stück Agent tzv. společenský (dt. IM mit Feindverbindung, UA 2018 vom Theaterverein Tetris im Studio des Švanda-Theaters). Die Inszenierung erhielt 2019 den Mark-Ravenhill-Preis für das beste erstaufgeführte Stück.

Zum Stück Pankrác ’45

Das Stück mit dem Untertitel „Casting für eine Hinrichtung“ setzt sich mit den Ereignissen der tschechoslowakischen Nachkriegszeit auseinander, mit der Hysterie des Übergangs vom Protektorat in die wiedergegründete Nachkriegsrepublik, wo Nazi-Kollaborateure exzessiv, aber auch selektiv und nach teils dubiosen Kriterien identifiziert und verurteilt wurden. Das betraf auch bekannte Schauspielerinnen wie Adina Mandlová oder Lída Baarová, die als Liebhaberin von Joseph Goebbels in die Geschichte eingegangen ist. Mit diesen beiden Stars, deren Geschichte auf dokumentarischem Material basiert, und drei anderen Personen mit ihren individuellen Kriegsgeschichten erfindet Kinská ein Zusammentreffen im berühmten Prager Gefängnis Pankrác.

Das Stück wurde am 07.11.2015 im Švandovo divadlo (dt. Švanda-Theater) uraufgeführt.

Zum Festival Ein Stück: Tschechien

Das Festival Ein Stück: Tschechien findet seit 2014 in Berlin statt und stellt dem deutschsprachigen Publikum aktuelle tschechische Theaterstücke in szenischen Lesungen und progressive Inszenierungen als Gastspiele vor. Das Festival findet biennal statt – in der „Zwischenzeit“ werden die Gewinner*innen des Publikumspreises mit einem weiterem Stück nach Berlin eingeladen, das in der „Nachlese“ in szenischer Lesung vorgestellt wird.

Festivalleitung und Dramaturgie: Barbora Schnelle und Henning Bochert

Kuratorin: Barbora Schnelle in Zusammenarbeit mit dem tschechisch-deutschen künstlerischen Beirat des Festivals.

Veranstaltet von Drama Panorama: Forum für Übersetzung und Theater e. V. in Kooperation mit dem Tschechischen Zentrum Berlin und der Botschaft der Tschechischen Republik in Berlin.

Tschechische Theaterstücke zum Nachlesen

Ein wichtiges Ziel des Festivals ist es, aktuelle tschechische Theaterstücke ins Deutsche übersetzen zu lassen, um ihnen somit den Weg auf die deutschsprachige bzw. internationale Bühne zu ermöglichen. Einige der beim Festival vorgestellten Theaterstücke sind im ersten Band der von Drama Panorama zusammen mit dem Neofelis Verlag gegründeten gleichnamigen Reihe erschienen:

Von Masochisten und Mamma-Guerillas. Neue Tschechische Dramatik. Hrsg. von Barbora Schnelle, Berlin, Neofelis 2018. 1. Band der Reihe Drama Panorama.

Für die Förderung von Ein Stück: Tschechien: Nachlese 2021 bedanken wir uns bei folgenden Organisationen:

Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds, Botschaft der Tschechischen Republik in Berlin/Außenministerium der Tschechischen Republik, Czech Literary Centre/The Moravian Library in Brno, Arts and Theatre Institute Prague – www.PerformCzech.cz, DILIA – Theatre, Literary, Audiovisual Agency, Association, Czech Republic.

Hier einige Bilder des Abends:

Videomitschnitt der szenischen Lesung

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Videodokumentation – Regie und Schnitt: Emil Laaß