Ein Stück: Tschechien – Wie die Löwen von Roman Sikora

(orig. Jako lvi, nach dem Stück Tři dny, dt. Drei Tage)

Gastspiel von Lachende Bestien

Im Rahmen des Festivals Ein Stück: Tschechien 2023

Sonntag, 19.11.2023 | 20 Uhr

Theater unterm Dach, Danziger Str. 101, 10435 Berlin

Karten kann man direkt über das Theater unterm Dach reservieren – unter diesem Link.

Wie die Löwen von Roman Sikora, Regie: Michal Hába | Foto: Lachende Bestien

Der Held dieser düsteren Komödie ist Herr M., ein durchtriebener Banker, der seinen Kunden skrupellos faule Kredite unterjubelt. Als er aufgrund eines Unfalls und der anschließenden Behandlung sein Eigentum verliert, landet er obdachlos auf der Straße. Doch auch hier wendet er weiterhin die Marktprinzipien des freien Wettbewerbs an und gründet eine Universität, an der er anderen Obdachlosen Teambuilding und Coaching beibringt. In dieser Satire zeigt der Regisseur Michal Hába, wie die Prinzipien des Kapitalismus unsere Gesellschaft entmenschlichen.

Text: Roman Sikora
Regie: Michal Hába
Bühnenbild und Kostüme: Adriana Černá
Dramaturgie: Veronika Linka
Musik: Jindřich Čížek
Regieassistenz: Veronika Macková


Es spielen: Kryštof Bartoš, Mark Kristian Hochman, Ondřej Jiráček, Jindřich Čížek

Premiere: 13.01.2023

Anschließend Publikumsgespräch.

Auf Tschechisch mit deutschen und englischen Übertiteln.

Übertitel: Barbora Schnelle (DE) und Becka McFadden (EN). Redaktion: Henning Bochert und Maira Neubert. In Zusammenarbeit mit PANTHEA / t5 SPECTITULAR GmbH.

Hier die Postkarte als PDF zum Herunterladen.

Lachende Bestien

Die Prager alternative Theatergruppe Lachende Bestien wurde bereits 2011 um
den Regisseur Michal Hába, den Musiker Jindřich Čížek und die Bühnenbildnerin
Adriana Černá gegründet. Die Gruppe gilt als eine der progressivsten
Theatergruppen in Prag. Sie wurde in der Eliade-Bibliothek des Theaters Am
Geländer (Divadlo Na zábradlí) in Prag gegründet, wo sie ihre erste
Inszenierung 120 Tage der Freiheit (Nová-síť-Preis für den Performer
Michal Hába) zeigte, eine Variation des umstrittenen Romans von de Sade, die
sich mit den Grenzen der Vorstellungskraft befasste und die Zuschauer*innen zum
zu einem aktiven Dialog eingeladen hat. Zu weiteren wichtigen Inszenierungen
gehören die tschechische Uraufführung des Stücks Pornogeographie von
Werner Schwab (Josef-Balvín-Preis) oder die Havel‘sche Inszenierung Ferdinand!
(Ferdinande!), die im Geiste von Havels Einaktern das Thema des
Intellektuellen im öffentlichen Raum aufgreift. 2017 inszenierte die Gruppe
unter dem Titel SEZUAN (basierend auf Brecht) eine Adaption des
Stückes Der gute Mensch von Sezuan von Bertolt Brecht im Stil eines
grotesk entfremdeten, appellativen Theaters. Ihr Repertoire umfasst
hauptsächlich Originalprojekte, aber auch Adaptionen „traditioneller“
Theatertexte – wie Ibsens Volksfeind (2019) oder Roman Sikoras Schloss
an der Loire
(2020). Der Stil von Lachende Bestien wird stark durch die
Musik und Live-Auftritte des Komponisten und Multiinstrumentalisten Jindřich
Čížek geprägt.

Lachende Bestien setzen die Tradition des Brechtschen Theaters nicht nur mit
verfremdendem Schauspiel, sondern vor allem mit einem analytischen Blick auf
die Wirklichkeit fort. In ihren Projekten thematisieren und hinterfragen sie
die Idee des Kapitalismus und setzen sich programmatisch mit sozialer
Ungleichheit auseinander. Das Ergebnis dieser Profilierung ist ein
gesellschaftskritisches Theater, das auch von Selbstironie und bissigem Humor
geprägt ist.

Lachende Bestien sind im Prager Theater Divadlo X10 beheimatet.

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