EIN STÜCK: TSCHECHIEN 2020

Festival des tschechischen Gegenwartstheaters in Berlin

Foto © Drama Panorama

Szenische Lesungen am 16. September 2020
Galerie des Tschechischen Zentrum Berlin, 19:30 Uhr

Zeitgenössische Theaterstücke aus Tschechien zu Gast in Berlin:
Drama Panorama e. V. und Tschechisches Zentrum Berlin veranstalten erneut das Festival des tschechischen Gegenwartstheaters – Ein Stück: Tschechien 2020.

In diesem Jahr können wir aufgrund der Corona-Pandemie keine Gastspiele zeigen (sie werden 2021 nachgeholt!), freuen uns aber dennoch, unter Einhaltung der aktuellen hygienischen Vorschriften drei szenische Lesungen in der Galerie des Tschechischen Zentrums präsentieren zu dürfen.

Bereits zum vierten Mal beschäftigt sich unser Festival des tschechischen Gegenwartstheaters Ein Stück: Tschechien mit aktuellen Tendenzen der tschechischen Gegenwartsdramatik und des Theaters.

In der Tschechischen Republik gibt es eine neue Generation von Theaterautor*innen, deren Texte eine Relevanz für den gesamteuropäischen Raum besitzen und die dennoch im Ausland kaum bekannt sind. Der Berliner Verein Drama Panorama: Forum für Übersetzung und Theater e. V. in Zusammenarbeit mit dem Tschechischen Zentrum Berlin will mit seinem Festival Ein Stück: Tschechien diese Lücke schließen. Weiterhin stellt das Festival herausragende Inszenierungen vor allem junger progressiver Theater vor, die sich aktuellen gesellschaftlichen Themen auf eine innovative Weise widmen.

In der Festivalausgabe des Jahres 2020 wird der Fokus auf Stücken tschechischer Dramatikerinnen liegen, die sich auf unterschiedliche Weise zur weiblichen Identität in der tschechischen Gesellschaft positionieren. In szenischen Lesungen im Tschechischen Zentrum stellen wir Stücke von Dagmar Radová, Tereza Semotamová und Martina Kinská (in Zusammenarbeit mit dem Historiker Radek Schovánek) erstmalig in deutscher Sprache vor. Dagmar Radovás Stück Thelma und Selma ist ein Theater-Roadtrip inspiriert durch den filmischen Klassiker Thelma and Louise – witzig, rasant, generationsübergriefend, feministisch und aktuell. In Tereza Semotamovás Stück Bitte Ziel eingeben begegnen wir einem jungen Paar, das seine Beziehung auf surreal-groteske Weise mit einem persönlichkeitsstarken Navigationsgerät diskutiert. Im Stück IM mit Feindverbindung untersucht die Autorin Martina Kinská, unterstützt durch den Historiker Radek Schovánek, das Tragische am Leben in einem totalitären Regime, in dem die privatesten Räume der Menschen missbraucht werden. Das Leben einer Familie gerät aus den Fugen, nachdem die Informantentätigkeit des Vaters für den Geheimdienst bekannt wird. Der Text verurteilt nicht, vielmehr versucht er, das schizophrene Geflecht an Identitäten von Menschen, die im Visier der totalitären Staatsmacht standen, in seiner Vielschichtigkeit zu fassen. Die Inszenierung des Stücks in der Regie der Autorin gewann 2019 den Mark-Ravenhill-Preis für die beste Inszenierung eines Gegenwartsdramas.

Festivalprogramm:


SZENISCHE LESUNGEN

Szenische Lesungen im Festival des tschechischen Gegenwartstheaters

Mittwoch, 16. September 2020, 19:30 Uhr, Tschechisches Zentrum Berlin

Dagmar Radová: Thelma und Selma (orig. Thelma a Selma)
Aus dem Tschechischen von Ruben Höppner

Tereza Semotamová: Bitte Ziel eingeben (orig. Zadejte cíl)
Aus dem Tschechischen von Martina Lisa

Martina Kinská/Radek Schovánek: IM mit Feindverbindung (orig. Agent tzv. společenský)
Aus dem Tschechischen von Barbora Schnelle

Szenische Lesungen (gekürzter Versionen) mit anschließender Podiumsdiskussion mit den Autor*innen und Verleihung des Publikumspreises des Festivals.

Einrichtung der szenischen Lesungen: Katharina Schmitt
Es lesen: Thea Rasche, Melanie Schmidli, Henning Bochert und Julian Anatol Schneider
Dramaturgie/Produktionsleitung: Barbora Schnelle und Henning Bochert
Produktionsassistenz: Joséphine Fresen

Tschechisches Zentrum Berlin, Wilhelmstr. 44, 10117 Berlin (Eingang Mohrenstraße) | Eintritt frei

Um Anmeldung wird gebeten unter: https://ein-stueck-tschechien-2020.eventbrite.de

Die Veranstaltung ist Teil der Feierlichkeiten zum 25. Jubiläum der Städtepartnerschaft Prag – Berlin.

Das Festival wurde ermöglicht durch die Unterstützung unserer Förderer und Partner:

Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds | Der Regierende Bürgermeister von Berlin – Senatskanzlei | Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der Tschechischen Republik | Kulturministerium der Tschechischen Republik | Czech Literary Centre | Arts and Theatre Institute | PerformCzech.cz | Dilia


Ausblick Sommer 2021:

GASTSPIELE

Depresivní děti touží po penězích (Depressive Kinder langen nach Geld), Prag

DER UNTERGANG DES HAUSES USHER (nach E. A. Poe)

Der Untergang des Hauses Usher | Foto: Michaela Škvrňáková

Ballhaus Ost (Pappelallee 15, 10437 Berlin)

Regie und Text: Jakub Čermák
Es spielen: Jiří Ratajík, Barbora Šupová, Petra Mošovská, Petr Kolman
Bühne und Kostüme: Anna Pospíšilová
Tondesign: Jan Faix
Kamera, Lichtdesign: Tomáš Kunst

Wie eine Geisterlandschaft wirkt nach der Vertreibung der deutschen Bevölkerung das Sudetenland, in dem Jakub Čermák die klassische Horrorerzählung von E. A. Poe ansiedelt. Er arbeitet hier mit der Form des „Extended Cinema“, die filmische und theatrale Mittel verbindet. Das Geschehen findet auf der Leinwand statt, die Schauspieler sprechen davor auf der Bühne den Text synchron ein und kommentieren das Geschehen. Dokumentarisches Material aus Gesprächen mit Menschen, die in den heutigen Sudeten leben, ist ebenfalls Teil der Inszenierung. Die historischen Ereignisse passen auf erschreckende Weise zu Poes Horrorphantasien.

Im Anschluss findet ein vergleichendes Gespräch zu den Arbeitsbedingungen in der freien Theaterszene in Deutschland und Tschechien unter Mitwirkung des Regisseurs Jakub Čermák, der deutsch-tschechischen Regisseurin Katharina Schmitt, der Theaterwissenschaftlerin Martina Černá (Arts and Theatre Institute Prague) und weiteren Theatermacher*innen statt. In Zusammenarbeit mit Nová síť (CZ) und Landesverband freie darstellende Künste (LAFT; D).


Lachende Bestien, Prag

SEZUAN (basierend auf Brecht)

SEZUAN (basierend auf Brecht) | Foto: Lachende Bestien

Ballhaus Ost (Pappelallee 15, 10437 Berlin)

Der preisgekrönte Regisseur Michal Hába, Gründer der Gruppe Lachende Bestien, erzählt auf Grundlage von Brechts Der gute Mensch von Sezuan und Brechts theoretischen Schriften eine Gegenwartsgeschichte über Liebe, Feminismus, das Verhältnis zu China oder den heutigen Wahrheitsbegriff. Vier tolle Schauspielerinnen, ein Musiker und ganz viele Pandabären.

Im Anschluss findet eine Podiumsdiskussion mit den Theatermacher*innen statt.

Die Gastspiele erfolgen auf Tschechisch mit deutschen Übertiteln.


Veranstaltungsorte:

Tschechisches Zentrum Berlin, Wilhelmstr. 44, 10117 Berlin (Eingang Mohrenstraße), Eintritt frei

Ballhaus Ost, Pappelallee 15, 10437 Berlin

Karten und Reservierungen: (030) 44 039 168 oder karten @ ballhausost.de


Veranstalter:

Drama Panorama: Forum für Theater und Übersetzung e. V.

www.drama-panorama.com

Tschechisches Zentrum Berlin/České centrum Berlín

berlin.czechcentres.cz

In Zusammenarbeit mit den Theatern Depresivní děti touží po penězích und Lachende Bestien
Mit freundlicher Unterstützung von Ballhaus Ost

Kuratorin: Barbora Schnelle
in Zusammenarbeit mit dem tschechisch-deutschen künstlerischen Beirat des Festivals

Dramaturgie/Produktionsleitung: Barbora Schnelle und Henning Bochert

Pressemeldung zum Festival mit Biografien der Autor*innen als Download:

Das Festival wird gefördert von:

Kontakt: info@drama-panorama.com