Mehrsprachigkeit im Theater

Podium und Werkstatttag

4. und 5. Oktober 2021

English Theatre Berlin | International Performing Arts Centre

Unsere Gesellschaft ist postmigrantisch. Sie hat sich immer wieder durch zahlreiche Migrationseinflüsse verändert, ist reicher, vielfältiger geworden und wird von der Koexistenz vieler sich gegenseitig beeinflussender Sprachen und Sprachräume geprägt.

Wie spiegelt sich diese Situation im heutigen Theater wieder? Das deutsche Theater ist ein Kind des Nationalismus. Seit einiger Zeit wird das Narrativ des Nationaltheaters umgeschrieben. Sind mehrsprachige Inszenierungen eine mögliche Antwort auf die postnationale gesellschaftliche Realität? Mit welchem Zweck und welchem Effekt werden mehrere Sprachen eingesetzt? Wie werden mehrsprachige Stücke geschrieben? Und wie werden sie übersetzt?

In unserer Abendveranstaltung sprechen wir mit Theatermenschen, die neue und wegweisende Modelle der Mehrsprachigkeit für die Bühne entwerfen, und lesen aus mehrsprachigen Stücken. In der Werkstatt sprechen wir mit mehrsprachig arbeitenden Autorinnen, analysieren linguistische Aspekte des Themas und besprechen Texte der ausgewählten Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

04. Oktober 2021 – Podiumsdiskussion und Lesung

20:00 – 21:45 UhrIst die neue Bühnenrealität mehrsprachig?
Podiumsdiskussion
Moderation: Barbora Schnelle und Henning Bochert
Ausgewählte Ausschnitte aus mehrsprachigen Texten
Lesungen
Einrichtung: Eberhard Köhler

Wir sprechen mit reprästentativen Gästen über ihre jeweiligen Verfahrensweisen und Aspekte zur Theaterarbeit mit mehreren Sprachen. Die Diskussion wechselt sich ab mit kurzen Lesungen von Ausschnitten zeitgenössischer Stücke, die die diskutierten Ansätze exemplarisch erfahrbar machen.

Kurzbiografien der Gäste folgen.

05. Oktober 2021 – Werkstatttag

10:30 Uhr – 12:30 UhrGespräche mit zwei Autor*innen
Moderation: Henning Bochert und Barbora Schnelle
12:30 Uhr – 14:00 UhrMittagspause
14:00 Uhr – 16:00 UhrTextwerkstatt
Impulsvortrag und Moderation: Lydia Nagel
16:00 Uhr – 17:00 UhrAuswertung
anschließendAusklang bei Aperitiv

Der zweite Tag ist als Werkstatt für angemeldete Teilnehmer*innen konzipiert: Am Vormittag sprechen Barbora Schnelle und Henning Bochert mit zwei Autorinnen, die sich in ihrem Schreiben mehrerer Sprachen bedienen, über ihre jeweiligen Arbeitsweisen. Die beiden Autorinnen vertreten unterschiedliche Herangehensweisen und Modelle der Arbeit mit mehreren Sprachen, die sie zusammen mit den Werkstatt-Teilnehmenden reflektieren. Die Übersetzbarkeit solcher Werke und das Verhältnis zum sprachlichen Transfer für die Bühne spielen eine zentrale Rolle.

Am Nachmittag spricht Lydia Nagel über das Übersetzen mehrsprachiger Texte aus sprachwissenschaftlicher Perspektive und arbeitet mit den ausgewählten Teilnehmer*innen an deren Texten. Dabei sollen auch die Erfahrungen aus den Gesprächen mit den Autorinnen berücksichtigt werden.

Gemeinsam fassen wir die Ergebnisse zusammen und diskutieren abschließend. Der Tag klingt bei einem Aperitif aus.

Kurzbiografien der Gäste folgen.