Barrierefreiheit im Theater

Barrierefreiheit im Theater

Münchner Kammerspiele

Zugänglichkeit mittels Audiodeskription, Gebärdensprachdolmetschen, leichter Sprache, Übertitelung etc. werden selten angeboten. Wie kann ein Theater so barrierefrei werden, dass alle gerne kommen, ohne sich diskriminiert zu fühlen?

08.11.2021
17:00 Uhr – 18:30 Uhr
Dabei sein!
Podium
mit: Lavinia Knop-Walling (Performerin und Podcasterin), Christian Pflugfelder (Gebärdendolmetscher), Susanne Kermer (Performerin), Nele Jahnke (Regisseurin)

im Anschluss an die Podiumsdiskussion gibt es die Möglichkeit, die Vorstellung Heidi weint – Eine Gefühlsversammlung mit Audiodeskription und Gebärdensprachendolmetschen zu sehen
08.11.2021
20:00 Uhr – 21:20 Uhr
Heidi weint – Eine Gefühlsversammlung
mit Audiodeskription und Verdolmetschung in Gebärdensprache
09.11.2021
14:00 Uhr – 18:00 Uhr
Mit Ohren sehen
Werkstatt
Leitung: Lavinia Knop-Walling

Gerbärdensprache, Übertitel – wie geht das?
Werkstatt
Leitung: Yvonne Griesel
Gast: N.N

Dabei sein!
Podiumsdiskussion

„Dabei sein!“, auf der Bühne, im Publikum und einfach in der Kneipe nach der Vorstellung mitdiskutieren. Es ist nicht viel verlangt, aber für Blinde und Menschen mit Sehbehinderung und Gehörlose doch alles andere als selbstverständlich im Theater. 2009 trat in Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention in Kraft, die Menschen mit Behinderung eine gleichberechtigte Teilhabe am kulturellen Leben ermöglichen soll. [1]

Wie kann Zugänglichkeit und Sprachtransfer idealerweise aussehen? Das ist eine Frage, die mit Expert:innen mit und ohne Behinderung auf diesem Podium diskutiert wird. Wie können alle teilhaben, sich im Theater willkommen fühlen, und welche Rolle spielen die Übersetzer:innen dabei? Sind neue technische Lösungen wie Smart-Brillen, Tablets und Übertitel als closed captions sinnvoll oder verstärken sie nur Machtgefälle? Sind Schattendolmetscher auf der Bühne, die eine Inszenierung offen für das gesamte Publikum in Gebärdensprache dolmetschen, eine adäquate Form des Transfers für das Theater? Was muss eine gelungene Audiodeskription leisten? Sind „barrierefreie Wochen“ sinnvoll? Was wünschen sich die Communitys vom Theater?

Auf dem Podium sollen Menschen mit und ohne Behinderung über einen gemeinsamen Weg hin zu einer besseren Zugänglichkeit diskutieren.

Das Podium wird in DGS gedolmetscht und blinde Menschen, mit Sehbehinderung und gehörlose Zuschauer:innen sind sehr willkommen – ihre Blindenhunde natürlich auch.


[1] Ab 2022 muss die EU-Richtlinie zur Barrierefreiheit verpflichtend in allen EU-Ländern umgesetzt werden: https://www.bundesfachstelle-barrierefreiheit.de/DE/Themen/European-Accessibility-Act/european-accessibility-act.html. Theater ist noch nicht explizit eingeschlossen, sollte sich aber anschließen.


Heidi weint – eine Gefühlsversammlung
Vorstellung

Die Inszenierung Heidi weint in der Regie von Nele Jahnke wird schattengedolmetscht und mit einer Audiodeskription für blinde und sehbehinderte Menschen beschrieben. Gerne laden wir Sie zur Podiumsdiskussion vor der Vorstellung und zu unseren Workshops am folgenden Tag ein, um gemeinsame Wege in die Zukunft zu finden.

Ideen und Autorenschaft: S. Brandes, D. Fell-Hernandez, D. Gaviria, J. Gräfner, N. Jahnke,
J. Kappauf, J.-C. Hieronymus, D. Seidel, J. Weber, S. Winkler, F. Wiesner, H. Wolff, L. Wöllisch


Mit Ohren sehen
Werkstatt

Leitung: Lavinia Knop-Walling

Wie kann man Theater für ein blindes und sehbehindertes Publikum zugänglich machen? Bei diesem Workshop im Dunkeln lernen Theaterschaffende und -interessierte, wie man mit Ohren und Händen sieht, wie man führt und geführt wird und welche Möglichkeiten es gibt, ein visuelles Bühnengeschehen für blinde und sehbehinderte Menschen zu beschreiben. Geleitet wird der Workshop von Lavinia Knop-Walling. Lavinia ist selbst blind und arbeitet freiberuflich für inklusive Kulturprojekte wie dem „Berliner Spielplan Audiodeskription“ von Förderband e. V. In diesem Workshop sensibilisiert sie anhand von Selbsterfahrungsübungen für den Umgang mit blinden und sehbehinderten Menschen am Theater. Ziel ist es, aufzuklären und einen Anstoß für eine blindenfreundlichere Theaterlandschaft in München zu geben.

Der Workshop richtet sich an Theaterschaffende und Übersetzer:innen, die sich mit Audiodeskription und Zugänglichkeit beschäftigen möchten.
Die Teilnehmer:innenzahl ist auf 12 Personen beschränkt. Anmeldungen mit einer kurzen Beschreibung der Motivation zur Teilnahme (3-5 Sätze), schicken Sie bitte bis zum 25.10.2021 an
dorothea.lautenschlaeger@drama-panorama.com.

Gebärdensprache, Übertitel – wie geht das?
Werkstatt

Leitung: Yvonne Griesel Gast:N.N.

Schwerhöriges Publikum liest englische Übertitel mit, besser wäre ihnen mit deutschen Titeln geholfen. Aber warum reicht das für Gehörlose nicht aus?

Was brauchen Gehörlose, um unbeschwert ins Theater zu gehen, wo sollte ein Dolmetscher platziert sein, ist eine Verdolmetschung im Tablett besser als ein Schattendolmetscher auf der Bühne? Seit vielen Jahren dolmetscht Gudrun Hillert am Hans-Otto-Theater Inszenierungen. Welche sind geeignet, wie lange braucht das Vorlauf, warum besser zwei Dolmetscher:innen?

Wie kann ich deutsche Übertitel für Schwerhörige so gestalten, dass sie auch für Gehörlose hilfreich sein können? Wir diskutieren miteinander und erarbeiten gemeinsam eine Handreichung: Wie sollten Übertitel aussehen, wo sollten Dolmetscher:innen stehen, welche Stücke eignen sich am besten, warum brauchen wir einen Münchner Spielplan für Menschen mit Beeinträchtigung und wie können Übersetzer:innen dabei helfen?

Der Workshop richtet sich an Theaterschaffende und Übersetzer:innen, die sich mit Audiodeskription und Zugänglichkeit beschäftigen möchten.
Die Teilnehmer:innenzahl ist auf 12 Personen beschränkt. Anmeldungen mit einer kurzen Beschreibung der Motivation zur Teilnahme (3-5 Sätze), schicken Sie bitte bis zum 25.10.2021 an dorothea.lautenschlaeger@drama-panorama.com
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panorama #1 übertheaterübersetzen, die neue Veranstaltungsreihe von Drama Panorama e. V., wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und den Deutschen Übersetzerfonds im Rahmen des Programms Neustart Kultur.